Der Serienflüsterer #2 – Westworld

1973 erschien Michael Crichtons „Westworld“, ein spannender Kinofilm, der Science-Fiction- und Westernelemente geschickt zusammenführte. In einem Vergnügungspark, der an den Wilden Westen, das alte Rom oder das Mittelalter erinnert, können die Besucher in eine andere Welt eintauchen und sich dort hemmungslos austoben. Ihnen gegenüber stehen zahlreiche Roboter, die jedoch harmlos sind und sich ihrer Programmierung entsprechend verhalten. Als einige Roboter Fehlfunktionen erleiden und daraufhin Jagd auf die Gäste machen, eskaliert die Situation jedoch vollkommen.

Obwohl der Film unterhaltsam ist und einen grandiosen Yul Brynner hat, blieb bei mir immer das Gefühl, dass enorm viel Potential verschenkt wurde. Nun machten sich J.J. Abrams und Jonathan Nolan, gemeinsam mit HBO daran, eine Serienadaption zu produzieren und nach der Pilotepisode habe ich das Gefühl, dass hier etwas richtig großes auf uns zu kommen wird. Besucher, Roboter und die Schöpfer von Westworld sind die Protagonisten der Ensembleserie. Es geht um die Frage, was Menschlichkeit wirklich bedeutet, wie sich Menschen Verhalten, wenn sie alles machen dürfen und was geschieht, wenn Menschen Gott spielen. Keine leichte Kost, doch in Jonathan Nolans Pilotepisode, kommen Spannung und Unterhaltung dennoch nicht zu kurz. Es scheint, als hätte HBO eine Serie gefunden, die die Lücke, welche „Game of Thrones“ im übernächsten Jahr hinterlassen wird, füllen kann.